Legastheniker lernen anders

  

Man sagt, Du bist ein Legastheniker?

Dann versieht man Dich leicht mit einem Stempel, worauf steht:

"Lese-Rechtschreibschwäche" oder "ADS" oder "blöd" oder "will nicht lernen" oder "ist zu faul".

 

 Oft bekommst Du dann eine Therapie und Nachhilfe verordnet, als wenn etwas mit dir nicht stimmen würde.

 

Meistens helfen diese Maßnahmen nicht viel, durch jahrelange „Förderung“ fühlt man sich eher entmutigt.

 

Diese gut meinenden Menschen und Therapeuten sind meistens keine Bilderdenker, deswegen können sie auch nicht verstehen, wie Bilderdenker so anders das Leben wahrnehmen und lernen.            

 

 Es gibt einige Legastheniker, die nach einer Lösung gesucht haben, um aus ihrer unerträglichen Situation heraus zu kommen. Sie haben ihre Ideen und Erfahrungen, die ihnen selbst geholfen haben, anderen mitgeteilt. So haben sich verschiedene Ansätze gebildet, die allemal besser sind als nichts zu tun.

 

Bilderdenker lernen anders, darum gibt es Schwierigkeiten in der Schule und zuhause mit den Hausaufgaben.

 

Denn Nicht-Bilderdenker geben ihr erlerntes Wissen so den

Bilderdenkern weiter, wie sie es von Nicht-Bilderdenkern gelernt und verstanden haben. Und damit beginnt das Unglück.

 

Bilderdenker bevorzugen die kreativen Gehirnzentren, während unsere Schulen die abstrakten Gehirnzentren trainieren. Daher sind Schwierigkeiten vorprogrammiert.

 

Man darf es den Nicht-Bilderdenkern nicht übel nehmen, sie kennen es oft nicht anders, und bei diesen Menschen funktioniert es so, wie sie es tun meistens recht gut.

 

Aber bei Dir nicht, so musst Du eben bewusst anders lernen.

Darum wird hier in den Kursen viel Wert auf Übungen gelegt, die den Bilderbereich mit dem logisch denkenden Bereich im Gehirn stärker verbinden. Die Natur hat es auch so vorgesehen.

 

Wenn Du weißt, dass Du ein Bilderdenker bist, setze in Zukunft Deine Gabe des Bilderdenkens richtig ein.      Dazu musst Du anfangs regelmäßig üben und Dir eine spezielle Lese- und Lerntechnik aneignen.

 

Nicht-Bilderdenker lesen ein Wort und wissen dann meist genau, welches Bild sie hierfür nehmen müssen.

 

Bei Legasthenikern funktioniert es aber genau anders herum.

Sie sehen ein Bild und sollen daraus ein Wort mit abstrakten Zeichen aufschreiben.

Und das, obwohl das Bild sehr viel genauer und schneller ist als irgendwelche Zeichen, zumal dort auch noch viele Gefühle enthalten sein können!

 

Dann sollen diese Zeichen zu Wörtern und Sätzen geformt werden, mit soooo unendlich vielen Regeln, die nicht immer logisch aufgebaut sind. Über Seiten lang so zu schreiben, das ist schlimm für einen

Bilderdenker.

Der Füller beginnt sich in der Hand zu verkrampfen und wird zu allem Unglück fast immer falsch gehalten. Das Gehirn sieht die Bilder ganz klar und soll diese dann in ganz umständliche und fremdartige Zeichen übersetzen.

Die Augen verengen sich, die Buchstaben fangen an ein Eigenleben zu führen, können sich verformen, die Augen ruckeln, wann gehört ein neues Bild zu einem weiteren Wort und Satz?

 

Was nun zuerst tun? Hören, was die Lehrer sagen, Bilder sehen, zu Buchstaben und Texten umformen, schreiben? Vor lauter Anspannung verkrampft sich der Stift in der Hand noch mehr und kritzelt chaotisch über das Papier.

 

Der Bilderdenker ist dann sehr niedergeschlagen und hat gar keine Lust mehr, irgend etwas zu machen. Doch das ist nicht die richtige Lösung, da macht man in unserer Kultur, in der jeden Tag gelesen und geschrieben wird, einen großen Fehler. Du verpasst so viele interessante Sachen, die Dich interessieren würden!

Es gibt unter den Bilderdenkern genau so viele kluge und weniger kluge Menschen wie unter den Nicht-Bilderdenkern.

Doch Nicht-Bilderdenker gehen anders mit dem Lesen und Schreiben um.

Sehr gute Schreiber stellen sich vorher immer Bilder und Geschichten vor, die sie dann mit Wörtern und Sätzen, in Geschichten und Lehrbüchern aufschreiben.

So kann dann jeder Leser verstehen, was der Schreiber meint.        Dann können diese Ideen und Geschichten um die ganze Welt gehen, man kann seine Freude daran haben oder daraus lernen.

Deshalb ist es in unserer Kultur so wichtig, lesen und schreiben zu können.

 

Legastheniker lernen eben anders:

Vom Bild zum Wort, während Nicht-Bilderdenker gut vom Wort zum Bild lernen können.

 

So ist das eben, man muss es nur verstehen.

 

 

 

 

 

Deutsch - Nachhilfe für Bilderdenker


Sigrid Beier                       48599 Gronau/Westf.                                           Legastheniker lernen anders!